Pirklhuber: EU-Milchmarktpolitik ruinös, Reformen dringend notwendig
22. Mär, 12:34
"Die Agrarminister und auch EU-Kommissarin Fischer Boel sollen sich wenigstens jetzt den Flop ihrer Politik eingestehen und am Montag Sofortmaßnahmen zur Absicherung einer nachhaltigen Milcherzeugung beschließen. Anstatt der Quotenerhöhung ist das Instrument der flexiblen Mengensteuerung einzusetzen, um Angebot und Nachfrage auszubalancieren. Die EU-Milchmarktpolitik muss endlich prioritär an den Zielen Qualitätsproduktion, Arbeitsplatzsicherung und Klimaschutz ausgerichtet werden", fordert Pirklhuber.
Eine weitere Fehlentscheidung der Kommission sind die Exportsubventionen für Milchprodukte. Die Überschüsse, die mit massiven Futtermittelimporten - oft aus den armen Ländern des Südens - produziert werden, gelangen hochsubventioniert auf den Weltmarkt und zerstören die regionale Landwirtschaft in den Entwicklungsländern durch Preisdumping. "Die EU-Milchwirtschaftspolitik ist katastrophal und dient lediglich der exportorientierten Molkereiwirtschaft, die überschüssige Milchprodukte billig auf dem Weltmarkt absetzen will."
"Daher muss Österreich mit gutem Beispiel vorangehen. Die mit 1. April in Österreich vorgesehene Quotenerhöhung um aggregierte 2,7 % (1 % durch EU-Beschluss und 1,7 % durch veränderte Fettkorrekturberechnung) bedeutet eine zusätzliche Produktionsmenge im Milchwirtschaftsjahr 2009 von knapp 75 000 Tonnen Milch. Diese Menge ist derzeit am Überschussmarkt nicht unterzubringen. Daher sollte die Quotenaufstockung im Interesse aller Marktpartner ausgesetzt werden", fordert Pirklhuber abschließend und kündigt diesbezügliche parlamentarische Initiativen der Grünen an.
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