Wlodkowski: Milchbauern brauchen konkrete Taten statt Medienspektakel
1. Sep, 10:18
Absatz - auch mittels Kälberfütterung - intensiv fördern
"Die Weltwirtschaftskrise war nicht vorhersehbar. Sie hat massiv negative Auswirkungen auf den Agrarbereich und mit der derzeitigen EU-Markt-Intervention ist diese fundamentale Depression am Markt nicht lösbar. Da der landwirtschaftliche Sektor mittlerweile weitgehend liberalisiert ist, haben ja auch andere Produkte, wie Getreide oder Schweinefleisch, als Folge dieser Krise Absatz- oder Preisprobleme. Daher hat die LK Österreich Absatz fördernde Maßnahmen gefordert, damit die Übermengen konsumiert und nicht nur eingelagert werden. Denn diese Mengen an Butter und Magermilchpulver dauerhaft einzulagern ist zu wenig, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, weil ja irgendwann die Lager wieder geräumt werden müssen", stellte Wlodkowski fest und verlangte: "Als eine der nächsten, nahe liegenden, wirksamen Maßnahmen bietet sich die Wiedereinsetzung der Absatzbeihilfe für Magermilchpulver in der Kälberfütterung an. Dieses Instrument ist in der EU-Milchmarktordnung nach wie vor vorgesehen, aber derzeit inaktiviert und würde unmittelbar wirken. Wir fordern daher, die Beihilfe für Magermilchpulver für Milchaustauscher, also für Kälberfutter, wieder zu aktivieren."
Darüber hinaus könne es nicht so weitergehen, dass auf der einen Seite Milch und entsprechende Produkte durch Pflanzenfette ersetzt und die Konsumenten beispielsweise mit Analogkäse getäuscht würden, auf der anderen Seite aber die Milchbauern Absatzmärkte für ihren hochwertigen Rohstoff verlören, ergänzte der LK-Präsident. Wlodkowski wörtlich: "Hier verlangt die LK Österreich verbesserte Kennzeichnungsvorschriften auf EU-Ebene. Es muss sichergestellt sein, dass ausschließlich Käse verwendet wird, wenn die Aufmachung eines Produkts den Eindruck erweckt, dass es sich um dieses Produkt handelt. Zusätzlich muss bei Erzeugnissen, bei denen der Verbraucher Käse als Zutat erwartet, einzig und allein Käse verwendet werden dürfen."
Agrarpolitik nach 2013: Mengensteuerung
"Die jetzige unerfreuliche und für viele Milchbauern existenziell bedrohliche Situation am Milchmarkt zeigt, dass es auch nach 2013 nicht ohne Mengen steuernde Maßnahmen, wie Intervention, Abschöpfung und Exportförderung, gehen wird. Wir werden das daher für die EU-Regeln, die von 2014 bis 2020 Gültigkeit haben sollen, einfordern. Wichtig für uns ist, dass die Milchproduktion einen Förderschwerpunkt darstellt, um der neuen Herausforderung, die das Ende der Quotenregelung mit sich bringt, aktiv zu begegnen", so Wlodkowski weiter. "Die LK Österreich hat ja bekanntlich das Auslaufen der Milchquoten auf EU-Ebene kritisiert."
EU-weite Lieferrücknahme als Ziel
"Die derzeitige Überproduktion bei Milch ist nur durch eine EU-weite Rücknahme der Liefermengen möglich. Die Europäische Kommission ist dringend aufgefordert, umgehend geeignete Modelle dafür zu entwickeln, damit alle EU-Mitgliedstaaten aktiv an der Reduktion der Milchanlieferung mitarbeiten können. Die LK Österreich wird dieses Vorhaben auch in den EU-Bauernverband COPA einbringen und dort mögliche Lösungen diskutieren", kündigte Wlodkowski an.
"Damit die von der Gesellschaft gewünschten multifunktionalen Leistungen der Milchproduktion auch in Zukunft möglich sind, brauchen wir weitergehende Fördermaßnahmen aus EU-Mitteln. Nur eine angemessen hohe, punktgenaue Unterstützung kann die von der Gesellschaft gewünschten multifunktionalen Wirkungen erzielen", so Wlodkowski. (Schluss)
Rückfragehinweis: Landwirtschaftskammer Österreich Schauflergasse 6, 1014 Wien T +43/1/53441-8521 E-Mail: j.siffert@lk-oe.at
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