Leitl: Kroatien ist auf Weg in die EU in der Zielgeraden angekommen

APA-OTS

14. Oct, 18:30
"Die EU-Kommission hat Kroatien heute ein wichtiges Signal gegeben. Wenn Kroatien nun seine Anstrengungen für eine Aufnahme in die EU verstärkt, kann es schon bald im Club begrüßt werden", sagte Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), zum heute veröffentlichten Brüsseler Erweiterungs-Fortschrittsbericht. Dieser bestätigt das Zieldatum 2010 für den Abschluss der Beitrittsverhandlungen, sofern Zagreb seine "Hausaufgaben" macht und die Justizreform und der Kampf gegen die Korruption entscheidend vorangetrieben werden. "Die Kritik der Kommission in diesen Bereichen ist auch für die Kroatien tätigen österreichischen Betriebe wichtig. Sie brauchen mehr Rechtssicherheit", betonte Leitl.

Die österreichische Wirtschaft ist in Kroatien zwar schon gut vertreten. Trotzdem wollen vor allem viele kleinere und mittlere Unternehmen dessen Beitritt abwarten, bevor sie mit größeren Investitionen aktiv werden. Die Wirtschaftskammer tritt dafür ein, Kroatien so bald wie möglich in die EU aufzunehmen: "Das ist gut für Kroatien und das ist gut für die österreichische Wirtschaft", so Leitl.

Bei der letzten Beitrittskonferenz am 2. Oktober wurden nach fast einem Jahr Stillstand sechs weitere Verhandlungskapitel eröffnet. Bei den nächsten großen Verhandlungsrunden könnten bald alle der 35 Kapitel eröffnet werden, hofft Leitl.

Die Unterstützung der Wirtschaftskammer Österreich werde von Kroatiens Politikern und Bevölkerung sehr geschätzt, betonte WKÖ-Präsident, und diese Sympathie gelte auch vice-versa. Trotz fehlender gemeinsamer Grenze wird Kroatien von Österreichs Bürgern und Wirtschaftstreibenden als Nachbar angesehen: "Rund 700.000 österreichische Touristen jährlich und mehr als 3 Mrd. Euro österreichische Investitionen seit 1993 sprechen eine deutliche Sprache", betonte Leitl.

Auch die anderen Westbalkanländer sind bedeutende Handelspartner für Österreichs Wirtschaft: "Die vorgeschlagene Visaliberalisierung für Mazedonien, Montenegro und Serbien ab nächstem Jahr ist ein weiterer bedeutender Schritt in Richtung Annäherung an die EU für diese Länder", so Leitl abschließend. (FA)

Rückfragehinweis: EU-Büro der Wirtschaftskammer Österreich Mag. Franziska Annerl Tel.: Tel.: +32/474/472594

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OTS0141 2009-10-14/12:30

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